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Programm | neues kino Basel


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Grafik: Rania Wittmer

November 2026
Zwischen hier und Erinnerung

«Du hast mich in ein Dorf zurückgebracht, das nur mehr in meiner Erinnerung existiert.» (LA BEAUTE DE L’ANE) - Was passiert, wenn wir zurückkehren: an uns bekannte Orte, zu vertrauten Menschen, tatsächlich oder gedanklich? Kann man dort ankommen, wo man herkommt? Und vor allem: dort (wieder) zurechtkommen?
Im November erzählen Dokumentarfilme von Reisen zwischen Gegenwart und Vergangenheit, von den Sehnsüchten, die uns dazu verleiten, und den Verlusten, die wir dabei erfahren. Und davon, was uns währenddessen vielleicht hält: die Fürsorge eines Freundes, der zugleich Filmemacher ist, die Begleitung der eigenen Tochter oder der Mut, allein hinter das Steuer zu sitzen.
Do 5.11. und Fr 6.11., 20h30
I Love you, I Leave you
Von Moris Freiburghaus, Schweiz 2025, 93 Minuten, Dialekt
Für ein Konzert reist der Schweizer Musiker Dino Brandão nach über fünfzehn Jahren nach Angola, das Heimatland seines Vaters. Konfrontiert mit dessen Vergangenheit und Fragen zur eigenen Identität, wird bei Dino Brandão eine manische Episode ausgelöst. Was passiert, wenn der beste Freund psychisch erkrankt? Wie geht man damit um – und wie erlebt die betroffene Person selbst diesen Ausnahmezustand? Ein zutiefst persönlicher Dokumentarfilm über die langjährige Freundschaft des Filmemachers mit Dino Brandão.
Sa 7.11., 20h - ciné sonderbar präsentiert:
The Movie Orgy
Von Joe Dante, USA 1968, 276 Minuten, Englisch
Filmbeginn bereits um 20:00! Ein- und Ablass jederzeit! Kollekte!
THE MOVIE ORGY ist ein legendäres Found-Footage-Feuerwerk von Joe Dante – einem der bedeutendsten Genies des Genrekinos. Im Jahr 1968 nahm sich der zukünftige Regisseur von Gremlins einer ungeheuerlichen Menge von 16 mm-Filmen an und schuf mithilfe des Produzenten Jon Davison und mit sorgfältiger Detailliebe den wahrscheinlich weltweit ersten Found-Footage-Megamix. Kompiliert aus Werbespots, Wochenschauen, Filmausschnitten, TV-Pannen und vielem mehr ist The Movie Orgy ein essenzielles Kultur-Artefakt, aber auch ein wunderungswürdiger, psychedelischer Wirbel zusammengemantschter Grossartigkeit. (americangenrefilm.com)
Do 12.11. und Fr 13.11., 20h30
La beauté de l'âne
Von Dea Gjinovci, Schweiz 2025, 75 Minuten, Französisch/d
Ein poetisch-hybrider Dokumentarfilm, in dem eine Tochter ihren Vater auf die Spuren seiner verlorenen Heimat begleitet. Nach sechzig Jahren im Exil kehrt Asllan mit Dea in sein kosovarisches Heimatdorf Makermal zurück, um Erinnerungen wiederzubeleben, die der Krieg ausgelöscht hat. Zwischen heiteren Reminiszenzen und schmerzhaften Enthüllungen stellen sich Vater und Tochter dem Verlust einer zentralen Familienfigur und den Wunden einer Gemeinschaft. Der Film ist eine sensible Meditation über die Zerbrechlichkeit der Erinnerung, zwischen Kino der Realität und magischem Realismus.
Sa 14.11., 16h30 - Vernissage in der Plakatsammlung
vierzig jahre neu: plakatausstellung neues kino basel
Anlässlich seines 40-jährigen Jubiläums blickt das neue kino Basel in besonderer Weise auf seine Geschichte zurück. Die Ausstellung versammelt ausgewählte Kleinplakate aus vier Jahrzehnten und einem Bestand von mittlerweile über 400 Arbeiten, die knapp 100 Gestalter:innen entworfen haben.
Die Plakate sind Zeugnisse einer kleinen, widerständigen und unabhängigen Basler Kulturinstitution, die bis heute kollektiv und ehrenamtlich getragen wird. Sie stehen für eine soziale und kulturelle Vielfalt sowie lokale Vernetzung. Kino und Plakatkunst verbindet dabei der Anspruch auf grösstmögliche Freiheit fernab von Mainstream, Hollywoodwerbetrommel und kommerziellem Druck. Zugleich eint sie eine Offenheit gegenüber Kreativem wie Kritischem, Unterhaltsamen wie Unkonventionellem – und nicht zuletzt dem Charme des Unperfekten und Sonderbaren.
Eine Ausstellung des neuen kino Basel in Zusammenarbeit mit der Plakatsammlung der SfG Basel und mit freundlicher Unterstützung der Sulger-Stiftung.

Samstag, 14. November – Sonntag, 29. November 2026
Ausstellungsraum der SfG Basel, Dreispitz-Areal, Freilager-Platz 5, 4142 Münchenstein
Öffnungszeiten: Freitag–Sonntag 14–16 Uhr sowie auf Anfrage: plakatsammlung@sfgbasel.ch
Eintritt frei
Vernissage: Samstag, 14. November 2026, ab 16:30 Uhr
ab 20 Uhr Filmabend und Tanzfest im neuen kino, Klybeckstrasse 247, 4057 Basel
Sa 14.11., 20h
Filmabend und Tanzfest
So 15.11., 18h30 - Wieder im Programm! Freier Eintritt/Kollekte.
No Other Land
Von Yuval Abraham+Basel Adra, Palästina/Norwegen 2024, 95 Minuten, Arabisch/deutsche+französiche Untertitel
Die Filmpremiere an der Berlinale hat in den deutschen Medien einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Weshalb? In Masafer Yatta, einem Gebiet südlich der Stadt Hebron im besetzten Palästina, wehrt sich eine Gruppe, die sich «Youth of Sumud» nennt, mit gewaltfreien Mitteln gegen die andauernde Enteignung von Land und der ethnischen Säuberung des Gebiets zugunsten jüdischer Siedlungen samt Truppenübungsplatz der israelischen Armee. Aus der Zusammenarbeit des israelischen Friedensaktivisten Yuval Abraham und dem Palästinenser Basel Adra ist ein Film entstanden, der den stetigen Kampf gegen gewalttätige Siedler und die israelische Armee dokumentiert. Es ist die wahre Geschichte zweier Freunde, welche in diesen Tagen die politischen Eliten und ihre eingebetteten Berichterstatter in Rage bringt. Sehenswert, gerade deshalb!
Do 19.11. und Fr 20.11., 20h30
Mikrokosmos Gemeinschaft
Was bedeutet Miteinander in der heutigen Zeit? Wie entfaltet sich Gemeinschaft im Kontext von sozialem Wandel? Drei Kurzdokumentarfilme nähern sich diesen Fragen und eröffnen Einblicke in unterschiedliche Lebensräume: Mikrokosmen, in denen sich Gemeinschaft formt, wandelt und neu verhandelt wird. Die Filme erzählen von Zugehörigkeit und Veränderung, von Erinnerungen und neuen Realitäten.
In BADI (24’, 2025) von Romana Lanfranconi geniessen Teenies neben Pommes auch ihren neu erlangten Freiraum. Ein vertiefter Blick auf das seit Kindstagen vertraute Dorf fördert Spannungen zu Tage: BILDER VO LANGEBRUCK (9’, 2025) von Leonie Berger. Schliesslich erzählt der Film von Lea Fröhlicher GLEINA (20’, 2025) in Ostdeutschland anhand dreier Dorfbewohner:innen von Umbruch und Zusammenhalt. Im Anschluss an die Vorführung laden wir zu einer Diskussionsrunde mit den Filmschaffenden ein: am Do, 19.11. werden Leonie Berger und Lea Fröhlicher anwesend sein. Am Fr, 20.11. wird es eine von Elisabeth Schubiger moderierte Gesprächsrunde mit allen Filmemacherinnen geben.
Do 26.11., 20h30
Tristan Forever
Von Tobias Nölle, Schweiz 2026, 90 Minuten, Englisch/d
Seit dreissig Jahren besucht ein französischer Arzt Tristan da Cunha, die isolierteste bewohnte Insel der Welt, mitten im Atlantischen Ozean. Die Insel wurde zu seiner spirituellen Zuflucht, ihre Bewohner:innen zu seiner Familie und ein Fischer zu seinem besten Freund. Jetzt, im Alter von fünfzig Jahren, bricht er erneut auf, und dieses Mal will er bleiben. Aber so einfach ist das nicht: Der Inselrat wird über seine Aufnahme entscheiden, der Fischer hat seinen eigenen Standpunkt, und der Arzt wird von seiner lebenslangen Suche nach Abgeschiedenheit eingeholt. Eine Reise zu einem utopischen Ort weit hinter dem Horizont.
Fr 27.11., 19h - Kooperation mit IAMANEH - Performance vor, Filmgespräch nach der Vorführung.
Truck Mama
Von Zipporah Nyaruri, Kenia/Südafrika/Saudi-Arabien/Niederlande 2025, 85 Minuten, OV/e
Der Dokumentarfilm begleitet Eva auf der gefährlichen Strecke zwischen Kenia und Südsudan, auf der sie als Fernfahrerin unterwegs ist. Als Frau und alleinerziehende Mutter hinter dem Steuer eines Lastwagens bricht sie mit gesellschaftlichen Konventionen und Gendernormen. Ein Film über Selbstbestimmung, Verantwortung und Einsamkeit.
Im anschliessenden Gespräch mit Regisseurin Zipporah Nyaruri geht es um die zehnjährige Entstehungsgeschichte von TRUCK MAMA, um Geschlechterrollen, alleinerziehende Mutterschaft und die emotionalen Kosten wirtschaftlicher Unabhängigkeit. Das Gespräch findet auf Englisch statt. Anita Maïmouna Neuhaus eröffnet den Abend mit einer Performance.
Mo 30.11., 18h45 - Let’s Doc! - Kurzfristige Änderung der Uhrzeit möglich, bitte Website beachten!
To the Moon and Back
Von Elisa Gómez Alvarez, CH/PH/FR/QA 2026, 84 Minuten, OV/d
Ilyasse und Pauline sind Anfang zwanzig und brennen für die Wissenschaft. Trotz ihrer unterschiedlichen Ziele, Hintergründe und Lebensläufe teilen sie einen gemeinsamen Traum: Sie wollen zum Mond fliegen, um die Probleme der Erde zu lösen. Beide setzen all ihre Fähigkeiten und Möglichkeiten ein, um dieses Ziel zu erreichen. Doch was, wenn der Weltraum politisch wäre und die Träume auch?
In Anwesenheit der Regisseurin Elisa Gómez Alvarez.
Eine Zusammenarbeit mit dem Planetary Surface Exploration Course der Philosophisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Basel und Let’s Doc!
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