Programm | neues kino Basel  NEU: Unsere gescannten Plakate/Fliers in der Plakatsammlung 


PDF-Download (1115 KiB)

Grafik: Nevin Goetschmann

April 2026
Inselwelten - Getrennt und verbunden

Orte der Sehnsucht, des Alles-hinter-sich-Lassens, des Neuanfangs, der Rückständigkeit, der Erhaltung von Traditionen, des Widerstandes gegen Neuerung, der Kontrollierbarkeit, des Zusammenstehens und der Verbundenheit, der Verselbständigung von Ideen – und vieles mehr. Auf Inseln verdichten sich Phänomene, die auf dem Festland weniger manifest werden und daher weniger sichtbar sind. Wir laden euch ein, euch im April filmisch mit einigen dieser Aspekte auseinanderzusetzen.
Auch vergangene Vorstellungen dieses Programms anzeigen.
Fr 17.4., 20h30 - Am 17.4. in Anwesenheit der Regisseurin von IDODO
Tanna
Von Martin Butler+Bentley Dean, AU 2015, 104 Minuten, Nauvhal/d/f
Im Dorf der Yakel auf der pazifischen Insel Tanna leben die Menschen eng verbunden mit der Natur und ihren Traditionen. Doch unter der scheinbaren Harmonie entfaltet sich eine leidenschaftliche Liebesgeschichte, die an Romeo und Julia erinnert und eine ganze Gemeinschaft vor eine Zerreissprobe stellt. Gedreht an Originalschauplätzen und mit Menschen aus der lokalen Gemeinschaft besetzt, entsteht ein intensives Kinoerlebnis, das hinter die Postkartenbilder einer längst touristisch entdeckten Insel blickt.
Vorfilm: IDODO von Ursula Ulmi, CH/PG/US 2021, 10', Tok-Pisin/d: Eine animierte Legende aus Papua-Neuguinea über den Ursprung der bunten Fische der Korallenriffe und ihre Verbindung zu den Bewohner:innen einer kleinen Insel.
Do 23.4. und Fr 24.4., 20h30
The Wicker Man
Von Robin Hardy, GB 1973, 88 Minuten, Englisch/d
Ein Polizist reist auf eine abgelegene schottische Insel, um das Verschwinden eines Mädchens zu untersuchen. Doch je länger er bleibt, desto mehr gerät seine rationale Welt ins Wanken. Die Gemeinschaft folgt eigenen Regeln, verwurzelt in heidnischen Ritualen und Naturzyklen – archaisch, geschlossen, verstörend. Ein Film mit einem bezaubernden Soundtrack, der den FolkHorror prägte und bis heute nichts von seiner unheimlichen Faszination verloren hat.
Vorfilm: I DON'T THINK I CAN SEE AN ISLAND von Christopher Becks+Emmanuel Lefrant, FR 2016, 4', ohne Dialog: Ein experimenteller Blick auf Wahrnehmung und Horizont: Die Insel erscheint hier als Bild, das sich zwischen Sichtbarkeit und Imagination bewegt.
Do 30.4. und Fr 1.5., 20h30 - Am 1.5. in Anwesenheit der Regisseurin!
IDDU - Racconti dell'isola
Von Miriam Ernst, CH 2024, 107 Minuten, Italienisch/d
Stromboli gilt als Sehnsuchtsort: Tourist:innen kommen, um den rauchenden Vulkan zu sehen, seine Wildheit zu erleben und ein Stück Abenteuer mit nach Hause zu nehmen. Doch für die Menschen, die hier leben, bedeutet der Vulkan permanente Unsicherheit – die Gefahr eines Ausbruchs, Wassermangel, die Fragilität von Hab und Gut. In Gesprächen mit Bewohner:innen unterschiedlichen Alters zeichnet Miriam Ernst ein vielschichtiges Bild des Lebens im Schatten des Feuers, dessen Realität sich nach dem schweren Ausbruch von 2019 grundlegend verändert hat. Was bleibt, ist die Erfahrung, dass nicht alles planbar oder kontrollierbar ist.
Vorfilm: I. E. [SITE 01-ISOLE EOLIE] von Lotte Schreiber, AT/IT 2004, 8', ohne Dialog: Eine filmische Annäherung an die Äolischen Inseln, in der sich Landschaft in präzisen Super8-Bildern zu einer atmosphärischen Raumerfahrung verdichtet.
So 10.5. und So 14.6., 18h30 - Wieder im Programm! Freier Eintritt/Kollekte.
No Other Land
Von Yuval Abraham+Basel Adra, Palästina/Norwegen 2024, 95 Minuten, Arabisch/deutsche+französiche Untertitel
Die Filmpremiere an der Berlinale hat in den deutschen Medien einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Weshalb? In Masafer Yatta, einem Gebiet südlich der Stadt Hebron im besetzten Palästina, wehrt sich eine Gruppe, die sich «Youth of Sumud» nennt, mit gewaltfreien Mitteln gegen die andauernde Enteignung von Land und der ethnischen Säuberung des Gebiets zugunsten jüdischer Siedlungen samt Truppenübungsplatz der israelischen Armee. Aus der Zusammenarbeit des israelischen Friedensaktivisten Yuval Abraham und dem Palästinenser Basel Adra ist ein Film entstanden, der den stetigen Kampf gegen gewalttätige Siedler und die israelische Armee dokumentiert. Es ist die wahre Geschichte zweier Freunde, welche in diesen Tagen die politischen Eliten und ihre eingebetteten Berichterstatter in Rage bringt. Sehenswert, gerade deshalb!
Atom-Feed (als http) und RSS-Feed (als http)
© 1998-2026 neues kino | Conformant | MADE FROM L♡♥E